| |
| Esys |
|
Anmeldedatum: 06.08.2009 Beiträge: 1
|
Verfasst am: 06.08.2009, 18:46 Titel: Sozialphobie und das Gefühl verrückt zu sein... |
| |
Hallo,
ich hab mich nun endlich dazu entschlossen, etwas an meinem Leben zu verändern. Dazu fang ich mal hier an. Ich hoffe der eine oder andere kann mir hier Tipps geben.
Zu meiner Person:
Ich habe, denk ich mal, eine Sozialphobie. Ich verbringe meine Freizeit fast ausschließlich vor dem PC (als würd ich das nicht schon genug in der Arbeit tun). Und wenn ich dann mal rausgeh, bekomm ich ein sehr eigenartiges Gefühl. Ich kann nicht locker sein. Ich weiß zum Beispiel nicht wie ich meine Hände bewegen, halten soll (denke andauernd über so etwas nach) Die Einstellung zu mir selber verschlechtert sich dann plötzlich ziemlich stark. Die Umwelt nehm ich eigentlich gar nicht richtig war. Daher fühl ich mich verrückt. Meine Mimik, so habe ich das Gefühl, ist nicht so wie sie sein sollte, also versuche ich sie bewusst zu verändern. Schon alleine das empfinde ich als krank.
Es dreht sich dann alles nur mehr um mich. Wenn ich mich in der Öffentlichkeit bewege, ist es so, als würde plötzlich eine andere Persönlichkeit über mich kommen. Dazu kommt schwitzen und ab und zu Herzrasen.
Ich komm zwar ein wenig komisch bei anderen Leuten rüber, aber eigentlich merkt keiner, was in mir wirklich vorgeht.
Eine Freundin kann ich mir natürlich abschminken (hatte auch noch nie eine bzw. einmal eine für 2 Wochen), Augenkontakt mit Menschen vermeide ich, obwohl das nicht gewollt ist. Ich hab so gut wie keine Freunde mehr, ist aber allein meine Schuld, denn ich bekomm öfters Anrufe ob ich nicht irgendwo mitgehen soll. Ich sag dann halt immer, ich hätt schon was anderes vor....einzig und allein aus dem Grund, weil ich Angst davor habe, das Haus zu verlassen und dann wirklich Angst bekommen könnte.
Andererseits muss ich jeden Tag zur Arbeit....und das zu Fuß. Ist auch eine (psychische) Belastung und kein guter Start in den Tag.
Eines sollte ich noch erwähnen....ich kiffe seit ein paar Jahren einmal mehr, einmal weniger. Seit einem Jahr nur mehr wenns mir gut geht und das auch ziemlich selten. Ist vermutlich ein Mitgrund, das Ganze hat aber schon vor dem Kiffen, so mit 14, leicht begonnen.
Jetzt wollt ich mal fragen, was ich machen könnte. Klar ist mir, dass ich mehr unter Leute gehn muss, also weg vom PC. Was gibts für Möglichkeiten in medizinischer Hinsicht? Medikamentöse Behandlung? Therapie? Und sollte ich lieber einen Allgemeinmediziner oder einen Psychiater aufsuchen?
Vielen Dank schon mal für eure Hilfe
Stefan |
|
| Nach oben |
|
| M.J. |
|
Anmeldedatum: 18.04.2009 Beiträge: 57
|
Verfasst am: 09.08.2009, 15:29 Titel: |
| |
Hallo Stefan!
Du bist nicht verrückt
Die Art und Weise wie Phobien und Ängste das eigene Verhalten verändern kann wirklich beängstigend sein - Man erkennt sich dann oft selbst nicht wieder und hält sich gar selbst für merkwürdig oder gar verrückt. Das liegt auch daran, dass man in unserer Gesellschaft ein falsches Bild von "Kopfproblemen" hat. Man hat halt so ein Bild im Kopf, wie ein "Verrückter" sich benimmt..Und wenn man dann solche Verhaltensweisen an sich selbst wieder erkennt, bekommt man schnell Bammel
Diese Gedankengänge mit deinen Händen und deiner Mimik lassen einfach auf eine ganz große Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen schließen.
Darum bist du aber nicht krank oder verrückt!
Ein Freund von mir hatte z.B. beim Umgang mit Autoritätspersonen immer zwanghafte Gedanken wie schlimm das wäre, wenn er diese Autoritätsperson (z.B. Lehrer) aus versehen schlagen, anrempeln oder ihr auf die Füße treten würde.
Die Therapeutin hat da einfach auf sehr große Unsicherheit geschlossen -
und das war auch richtig so.
Erstmal gilt es wohl herauszufinden was wirklich dein Problem ist und wo es herkommt -
Und dabei kann dir eine Psychotherapie sehr gut helfen.
Man KANN da auch medikamentös ansetzen - Aber das ist dann nur die Nebenbehandlung. Eine Therapie ist da auf jeden Fall die erste und wichtigste Maßnahme.
Du kannst erstmal zu deinem Hausarzt gehen und ihm deine Beschwerden beschreiben - Er sollte dich dann zu einem Psychiater überweiisen.
(Und kann dir evtl. auch dabei helfen einen zu finden.)
Aber lass dir nicht irgendwelche Beruhigungsmittelchen andrehen -
Es gibt wohl Hausärzte, die der Meinung sind, dass man solche Probleme mit n bisschen Tee und nem Kilo Baldrian am Tag wegbekommt.
Aber wenn du nen halbwegs vernünftigen Hausarzt hast, kann er dir da sicher helfen.
Du kannst dich natürlich auch direkt an einen Psychiater oder Therapeuten wenden.
Meine persönliche Meinung ist, dass Medikamente zwar ne schöne Krücke sein können, aber nicht zwangsläufig immer notwendig sind. In meinem Fall wurde es dadurch sogar schlimmer. Aber mit Medikamenten kann man soetwas nicht in den Griff bekommen - Medikamente heilen nicht, sie unterstützen im Alltag
Also lass dir nicht irgendwelche Wundermittelchen andrehen -
Und mach nicht den Fehler, dir tausend Bücher oder Selbstheilungskurse zu kaufen
Eine Psychotherapie übernimmt in solchen Fällen auf jeden Fall die Krankenkasse -
Du musst nur darauf achten, dass du einen Therapeuten mit Kassenzulassung nimmst.
Falls du nicht genau weißt, wo du suchen sollst:
Schau mal bei Google nach der Kassenärztlichen Vereinigung deines Bundeslandes.
Und dann schau mal auf deren Seite bei "Kontakt" nach der GIS-Rufnummer.
Dort kann man dir alle kassenzugelassenen Therapeuten in deinem Umkreis nennen, die bei der KV eingetragen sind - und das sind i.d.R. die meisten
Ich wünsche dir viel Erfolg!
M.J. |
|
| Nach oben |
|
| marusha |
|

Anmeldedatum: 07.08.2009 Beiträge: 13
|
Verfasst am: 09.08.2009, 16:57 Titel: |
| |
Halli Hallo!
Ich hab mir eben den Beitrag durchgelesen.
Also das hört sich nach einem sehr sehr anstrengendem Leben an.
Ich habe teils auch mit einigen Sachen zu kämpfen.
Ich habe zwar keine soziale Phobie, generalisierte Angststörung aber kenne das mit sich selbst beobachten, herzrasen usw.
ich habe zwar relativ viele Freunde und kenne viele Manschen, hane das jedoch erst seit einigen Jahren.
nach außen merkt man es mir nicht an, doch innerlich binb ich sehr sehr unsicher was meine Außenwelt angeht.
meine besten Freunde wissen darüber bescheid , aber die etwas außen stehenden wissen noch nicht mal, dass ich krank bin.
einige freunde habe ich auch verloren, weil die es einfach gar nicht verstehn können was es heisst große angst zu haben.
meine therapeutin hat mr geraten, und das ist einer der großen Gründe warum ich daran erkrankt bin, mehr gefühle zuzulassen und das schwierigste ist, zu zeigen.
Aber jdes Mal wenn ich das tue ernte ich, so kommt es zumindest mir so vor, negative Kritik.
Ich versuche es zu filtern und weiter zu machen.
aber ich weiche vom thema ab...
ich denke du solltest auch versuchen, auch wenn du nervös bist, es villeicht zuzulassen und nicht dagegen anzukämpfen.
Vielleicht es zu äußern, wenn du etwas nervös bist.
Vorallem ist der beste Weg, sich in Situationen direkt zu begeben vor denen man Angst hat.
Ich weiss, es klingt schreklich aber je öffter du dich diesen Dingen aussetzt, desto mehr verliert diese Situation, vor der du Angst hast, an Bedrohlichkeit.
Zeig dich so wie du bist, mom eben etwas ängstlich.
wenn jemand dich so nicht akzeptiert wie du bist, brauchst du den auch nicht in deinem Freundeskreis. _________________ chilli brennt immer 2x |
|
| Nach oben |
|
| Choose Display Order |
|
| User Permissions |
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|

1130 Angriffe abgewehrt
|
 |