Angst zu sterben in fast allen Situationen.

 
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hintzsche Antworten mit Zitat



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BeitragVerfasst am: 07.01.2010, 00:02    Titel: Angst zu sterben in fast allen Situationen.
 
Hallo,

ich leide seit ich 16 bin unter einer starken Angst zu sterben. Das sind jetzt mittlerweile 10 einhalb jahre. aber wahrscheinlich schon früher denn nichts entsteht aus dem nichts. Alles hat damit angefangen das ich auf dem weg zur schule eine panik atacke hatte kurz nachdem ich aus dem haus war. Ich bekam so ein flaues gefühl wie damals als ich in ohnmacht gefallen bin. ich rannte schnell zurück nach hause und habe mindestens eine halbe stunde auf dem rücken gelegen beine in der luft meine mutter neben mir und habe gezittert. die tage nach der ohnmacht war ich durch den wind und war 2 tage später wieder in der schule an diesem schultag hatte ich auch schon so ein beklemmendes gefühl und hatte so einen secundenschwindel. dem tag damach hatte ich die panik attacke. ich gehe davon aus das sich aus dieser ohnmacht eine neurose gebildet hat. Ich habe das gefühl dadurch das diese angst sich aus einem realen ereigniss heraus entwickelt hat ist sie schwerer zu behandeln, denn ich weis ja das mir das nochmal passieren kann da es mir schon passiert ist. Diese Ängste entstehen in praktisch allen situationen. Ich zähle mal die Situationen auf die ich noch im kopf habe.

Wenn ich alleine bin, wenn es dunkel ist, in einem fahrstuhl, in öffentlichen verkehrsmitteln, beim geräusch der räder eines zugs auf den gleisen wenn ich darin sitze, wenn ich die wohnung verlassen, wenn ich an einer kasse stehe und es nicht vor und zurück geht, wenn es sehr kalt ist draussen, im kino, wenn ich lange lauter musik oder krach ausgesetzt bin, bei diesem pfeiffenten geräusch welches röhrenfernseher machen, wenn ich blut sehe oder über ähnliches nachdenke zum beispiel bei einem erste hilfe kurz entwickelt sich sogar eine panik bei der ich das bewusstsein verlieren kann, vor spritzen und dem zähnarzt hab ich auch angst, wenn ich starkem regen ausgesetzt bin so das ich kaum noch etwas sehen kann und mir das wassen in die nase und den mund läuft, wenn ich sendungen sehe die mir die endlichkeit meines lebens oder des universums vor augen führen.

So das war es so in etwa. Ich bin sicher das es noch weitere Situationen gibt die mir aber nicht einfallen.

Das geht jetzt schon so lange. Habe auch schon 2 Verhaltenstherapien hinter mir ohne erfolg. Ich weis aber auch nicht ob ich noch einen Psychiologen aufsuchen soll, nur damit er mich wieder in eine erfolglose therapie steckt. Ich bin nicht mehr länger bereit einschränkungen hinzunehmen über längere zeit ohne das es mir etwas bringt. Weis jemand ob man mich nach +über 10 jahren krankheit schon als unheilbar einstufen kann. und ob es irgend eine einrichtung gibt die sojemanden unterstützen. denn ein normales leben kann ich ja nun nicht gerade führen. ich meine einkaufen geht aber alles regelmäßige wird zur qual wesshalb ich auch nach 3 jahren berufsausbildung so platt war das ich die im 3. jahr abgebrochen habe.
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hintzsche Antworten mit Zitat



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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 09.01.2010, 21:12    Titel:
 
Hat wohl keiner was dazu zu sagen. Schade eigendlich.
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Cinderella Antworten mit Zitat



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Beiträge: 3
Wohnort: osnabrück

BeitragVerfasst am: 13.03.2010, 21:48    Titel:
 
deine beschreibung wie deine angst anfing kommt mir sehr bekannt vor. bei mir fing all das ähnlich an, auch in der schulzeit.
ich muss wohl so 14-15 gewesen sein.
mir war oft schwindelig und alle haben es auf den kreislauf geschoben (manche meinten sogar ich sei magersüchtig oder sonstiges..)
irgendwann bin ich dann mal in der schule umgekippt, wurde mit blaulicht ins krankenhaus gefahren (was ich damals schon als so übertrieben empfand, weil ich mich noch an alles erinnern kann und nich wirklich bewusstlos oder so war..)

seitdem wurd es eigentlich von tag zu tag schlimmer, die schultage wurden immer länger und gequälter. manchmal hab ihc bloß auf die uhr geschaut, und gehofft das es bald vorbei ist, und ich lebend nach hause komme.
dementsprechend waren dann auch meine noten, habe eigentlich nichts mehr mitbekommen, was die lehrer so geredet haben.

irgendwann bin ich dann kaum noch zur schule gegangen, und die schule gewechselt.
war super. die ersten wochen, aber dann ging es wieder von vorn los.
angst, panik, überall guckten mich welche an, dachte ich zumindest. und überall wurde man bewertet.

hab dann irgendwann ne ausbildung angefangen, arbeiten war super. schule wieder schrecklich bis horror.

naja und nun steh ich hier, bin 20 und das einzige was mir zur zeit bleibt is eine fernschule um abitur nachzuholen.

das ist jetzt etwas ausgeartet, so viel wollte ich gar nicht schreiben Smilie
jedenfalls versteh ich dich da recht gut...
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mayamandragora Antworten mit Zitat



Anmeldedatum: 14.03.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 17:56    Titel:
 
hi. ja mir kommt das auch sehr bekannt vor, bei mir hat es auch in der Schule angefangen, da war ich in der 12 Klasse und 20 jahre alt ( weiterführendes Gymnasium) es waren so ziemlich die gleichen Symptome wie bei euch auch. Und ich habe dann immer öfter gefehlt, natürlich sind die Noten in den Keller gesunken, und ich musste von der Schule abgehen. Danach ging es dann wieder und ich habe 2006 dann ein Praktikum im Büro gemacht, das lief ein paar monate super, bis alles wieder anfing. Es war dann so schlimm, dass ich nicht mehr aus dem Haus wollte, und alleine ging es dann auch gar nicht mehr. Alleine sein, alleien aus dem Haus. öffentliche Verkehrsmittel, im Dunkeln, ich hatte sogar Angst schlafen zu gehen, das war schlimm! Fange jetzt gerade meine Verhaltenstherapie an, und hoffe dass es dadurch wieder soweit gut wird, dass ich wieder selbständig werden kann und arbeiten gehen kann. @ cinderella, wie funktioniert das mit dem Fernabi? Das würde mich doch sehr interessieren. @ hintsche, dadurch dass ich erst jetzt mit meiner Verhaltenstherapie anfange, kann ich dir natürlich nicht sagen, ob du nach 2 erfolglosen schon als Unheilbar krank geltest, Vielleicht waren ja deine Therapeuten nicht die richtigen für dich, ich weiß dass natürlich nicht, aber ich wünsche dir, dass du da irgendwie noch einen Weg findest.
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Daniel2005 Antworten mit Zitat



Anmeldedatum: 02.03.2010
Beiträge: 17
Wohnort: Giesing - City

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 01:46    Titel: Hallo Hintzsche
 
Als erstes tut es mir leid, dass du so lange auf Antworten warten musstest. Ich hoffe, dass du noch in diesem Forum bist und meine Antwort lesen kannst.

Bei mir war es ähnlich.
Ich war ca. 12 Jahre alt und bin während eines Kirchenbesuchs auf einmal ohnmächtig geworden ohne das ich vorher irgendwie krank war oder ähnliches.

Zwar kam ich wieder sehr schnell zu mir, aber was das war wusste ich nicht. Ich wusste nur eines, dass ich so etwas nie wieder erleben wollte. Am Anfang hatte ich auch noch keine Angstattacken oder Panik.

Alles fing an, als ich mich beim nächsten Kirchenbesuch auf einmal und wie aus dem nichts an diese Ohnmacht erinnerte und bei mir die gleichen Symptome wie, Schwindel, Herzrasen, inneres Zittern, Kälteschauer und schließlich Panik auftraten und ich fluchtartig die Kirche verlies.
Wo ich dann draussen war ging es mir auf einmal wieder besser und ich wollte nie wieder eine Kirche betreten und vermied es auch (Was ein großer Fehler war).

Denn es ging einige Zeit lang gut, doch dann kamen immer mehr Situationen, von denen ich Angst bekam, wie zB. an die Tafel gehen, ein Referat halten, grosse Kaufhäuser, schlangen vor der Kasse...

Ich konnte nicht einmal damals mein Wunschberuf (Einzelhandelskaufmann) lernen, weil alles was mit vielen Menschen zu tun hatte, war für mich der reine Horror. Also musste ich mir was anderes suchen, wo ich nicht mit so vielen Menschen zu tun hatte und immer in Bewegung war, denn lange auf einen Punkt stehen konnte ich auch nich mehr ohne das es mir dabei auf einmal schwindelig wurde.
Ich wurde Installateur ob es mir nun gefallen hat oder nicht. Die Hauptsache war, dass ich die Situationen von denen ich Angst habe, so gut wie es ging vermied. ( Wieder ein sehr großer Fehler!)

Die Arbeit machte mir dann komischer Weise doch auf einmal Spass und ich habe gemerkt, dass wenn ich etwas tue wo ich gebraucht werde und eine Aufgabe habe, ich auf einmal weniger an meine Angst und Panikattacken dachte und die sich auch während meiner ganzen Lehrzeit nicht mehr ausgebreitet haben.

Nur einen Hacken hatte das ganze auch.

Da ich auf dem Bau gearbeitet habe, hatten wir damals oft einen Anlaß das eine oder andere Bier zu kippen und ich merkte recht schnell, dass wenn ich ein paar getrunken hatte und an meine Ängste dachte, die mir gar nicht mehr so schlimm schienen.

Ich machte eine Konfrontation, indem ich an einem Samstag Vormittag ein paar Bier trank und danach in die Stadt zum einkaufen ins Kaufhaus gegangen bin.

Das hat auch wunderbar geklappt, weil ich alles etwas lockerer sah, die Angst war keine Bedrohung mehr für mich und ich hatte keine Probleme.

Nur dann kam die Zeit wo ich immer mehr Bier gebraucht habe, dass ich diesen Zustand erreichte und hatte dann nicht nur eine Angst und Panikstörung, sondern auch noch ein Alkoholproblem.

Dieses Alkoholproblem entwickelte in mir neue Situationen von denen ich Angst hatte.

Ich wurde immer unruhiger, meine Hände begannen zu zittern, ich verlor eine Arbeit nach der anderen, weil ich immer unzuverlässiger wurde und teilweise gar nicht zur Arbeit erschien und zu guter letzt hatte ich sogar Angst das Haus zu verlassen ohne entweder mich zu betrinken oder zu denken das gleich etwas schlimmes passiert.

Ich lag Tagelang im Bett oder auf der Couch, die Vorhänge waren immer zu da ich kein Tageslicht sehen konnte oder auch wollte, ich resignierte immer mehr und mehr, bis ich zum Schluß auch noch Depressionen bekam. (Das war genau vor über drei Jahren)

Ich hatte also:
- Angst ohnmächtig zu werden
- Angst vor Menschenansammlungen
- Angst zu Zittern (besonders wenn ich vor jemanden was unterschreiben, ein Glas halten, eine Suppe löffeln... sollte)
- Angst das Haus zu verlassen
- Depressionen
- Alkoholprobleme

Bis ich schließlich an einem Punkt im Leben kam, wo ich nicht mehr anders konnte und wollte.

Ich machte nach fast 20 Jahre Horror (bin jetzt 35), dass einzig Richtige und ging zu einem Psychiater (der auch Psychologe ist).

Dort erfuhr ich, was ich habe, dass meine Krankheit einen Namen hat und das ich nicht der einzige bin, der dieses Problem hat.

Es hört sich vielleicht komisch an aber irgendwie war ich erleichtert, dass ich nicht alleine diese Störungen habe, sondern das es Menschen gibt, denen es genauso geht. Ich dachte nämlich immer nur ich habe dieses Problem.

Dadurch, dass bei mir die Ängste so weit verbreitet waren, ich Depressionen hatte und ein schädliches Trinkvehalten aufwies, riet mir mein Psychiater eine stationäre Therapie in einer psychosomatischen Klinik zu machen.

Ausserdem fragte er mich ob ich gegen meine Depressionen ein Antidepressivum (Citalopram) haben möchte, was ich dann verneinte (ich wollte meine Probleme erst einmal ohne irgendwelche Pharmakas lösen)

Auf alle Fälle leitete er die Therapie ein und ich bekam auch nach ca. drei Wochen einen Platz (kann auch leider etwas länger dauern).

Dort wurde eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht, eine sozial Therapie, ich lernte Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, meine Ängste und was meine Gedanken dabei für eine Rolle spielen besser kennen und machte mit meinem Therapeuten Konfrontationsübungen, was sehr wichtig ist.

Die Therapie hat mir sehr viel gebracht, weil ich unter "Gleichgesinnten" war und dadurch viele Menschen und ihre Probleme kennegelernt habe. Ich habe viel über meine Gedanken bei einer Panikattacke gelernt und wie ich sie ändern kann um die Situation besser durchzustehen, neue Seiten die ich noch gar nicht kannte an mir entdeckte und Situationen überwunden, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Nach der stationären Therapie, die bei mir ca. 8 Wochen dauerte ging ich noch drei Monate, einmal die Woche zu einem psychologischen Psychotherapeuten bei dem ich die kognitive Verhaltenstherapie weiter machte und der mir auch sehr geholfen hat.

Ich möchte noch kurz sagen, dass wenn man sich bei einem Therapeuten nicht gut fühlt oder man glaubt die Therapie bringt nichts, dann sollte man sich einen anderen suchen und nicht den Fehler machen und zu denken das es bei mir eh nichts bringt und den Kopf wieder in den Sand setzt.

Jeder Mensch ist anders, auch Psychologen und der Erfolg einer Therapie ist nur dann gewährleistet, wenn die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient stimmt, der Therapeut seine Arbeit gut macht und rüberbringt und der Patient sich wohl fühlt, dann klappt es auch.

Ich rate Dir auf alle Fälle noch mal einen Psychologen aufzusuchen oder sogar wie ich, es erst einmal mit einer stationären Therapie in einer psychosomatischen Klinik zu probieren wenn es nicht anders geht. Rede mit deinem Hausarzt ob er dir einen Psychologen empfehlen kann den er kennt und wenn Du einen Therapeuten hast und du fühlst dich bei ihm nicht wohl, dann sag ihm ab und such dir einen anderen.

Ich weiss das es nicht immer einfach ist und man nicht immer gleich einen Termin bekommt aber mach es einfach und gib nie auf.

Mir hat es auf alle Fälle sehr geholfen und ich habe seit über drei Jahren meine unnötigen Ängste überwunden und bin wieder im Leben.

Und wichtig ist auf alle Fälle, dass du dich deinen Ängsten stellst, denn nur so kannst du sie überwinden und spüren wie sie von alleine verschwinden.

Denk daran Du bist nicht alleine und du wirst es schaffen.

Gruß

Kris

P.S. Ich habe einen neuen Blog wo ich jede Woche zum Thema Angst und Panik was hineinschreiben werde um den Menschen mit Angst und Panikattacken zu helfen und sie zu motivieren, wenn Du Lust hast, dann schau einfach mal vorbei unter: http://angsthilfe.wordpress.com
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